Geschichte / Ursprung des Jazz und Modern / Contemporary

Der schwarze Jazz-Dance mit seinem afroamerikanischen Ursprung wurde bereits Ende der zwanziger Jahre von weißen Bühnentänzern entdeckt und übernommen. Die Grund- technik des Jazz-Dance ist die Isolation von Körperzentren. Als Schöpferin des Modern-Dance lässt sich Martha Graham bezeichnen mit ihrem tiefen Verständnis für den Ursprung der Bewegung. Der Modern-Dance setzt - wie alle weißen Tanzstile - den Körper stets als Ganzes ein. Seit etwa 1940 wurden dem Jazz-Dance Elemente des klassischen Ballets und des Modern-Dance hinzugefügt. So entstand eine individuelle Synthese dieser Tanzformen, der Modern Jazz-Dance. Im Deutschen Tanzsport- verband (DTV) ist Jazz und Modern-Dance die jüngste Tanzsportart.

Erst 1989 wurde Jazz und Modern-Dance in die Turnier- und Sportordnung (TSO) aufgenommen und seitdem mehrfach überarbeitet. Die Mixtur der Tanzformen ist äußerst reizvoll , da eine unendliche Fülle an Kombinations- und Ausdrucksmöglichkeiten daraus resultieren. Die Fachwelt streitet sich, ob es überhaupt möglich ist, den “reinen” Jazz-Dance mit dem “reinen” Modern-Dance oder dem Modern Jazz Dance zu vergleichen. Überlassen wir dieses den Experten.

im Herbst 2019 beschlossen die Gremien des DTV mit Wirkung zum 1. Januar 2020 die Umbenennung der Turnierart „Jazz- und Modern Dance“ in „Jazz und Modern/Contemporary“. Jazz und Modern Dance hat sich in den letzten Jahren immer mehr in Richtung zeitgenössischem Tanz weiterentwickelt, weshalb die Ergänzung notwendig wurde.


Turniersport / Die wichtigsten Turnierregeln

Allgemein:

  • die Tanzfläche darf nicht kleiner als 180 qm sein und keine der Seiten darf die Länge von 12 Metern unterschreiten
  • die Formationen gehen mit mindestens 6, höchstens aber mit 12 Tänzerinnen oder Tänzer an den Start
  • Dauer des Tanzes: mindestens 3 Min., höchstens 4,5 Min.
  • das Einnehmen der Anfangsposition auf der Tanzfläche hat ohne Musik zu erfolgen, max. 20 Sekunden Zeit hierfür. Diese Zeit zählt nicht zur Tanzzeit
  • die Kleidung muß die Bewegungsabläufe und Körperlinien deutlich sichtbar lassen
  • Requisiten sind nicht erlaubt

Bewertungskriterien:
Präsentationsfähigkeit

  • Publikumssicherheit
  • das Publikum anschauen können (Blickkontakt)
  • nicht von Negativen beeinflussen lassen
  • sich als Darsteller fühlen
  • Zuschauer muß die Absicht erkennen können

Technik

  • korrekte Bewegungsführung, zb. Tänzerinnen jederzeit im Gleichgewicht (Balance)
  • Schwierigkeitsgrad, jede tänzerische Bewegung sollte aus dem Körperzentrum entwickelt werden
  • konstante Leistung (Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Koordination)

Choreographie

  • Stil (Übereinstimmung von Idee, Bewegung und Musik)
  • Kreativität (je origineller die Idee, desto besser)
  • Raumaufteilung (Variationsvielfalt, mit welcher die zur Verfügung stehende Tanzfläche genutzt wird)
  • Dramaturgie (es sollten Geschichten erzählt werden mit einem mit Neugier erregenden Beginn, einem aufregendem Inhalt und einem guten Schluß)

In diesen Wertungsgebieten werden von jeder/m Wertungsrichter/in zwischen 0 und 10 Punkte pro Formation im Vergleich mit den anderen Formationen vergeben. Die besten Gruppen / Formationen mit den meisten Gesamtpunkten erhalten vom Wertungsrichter/in ein Kreuz. Die Turnierleitung wertet die Anzahl der Kreuze aus und erhält so eine Rangliste der Formationen (0 Kreuze bis 5 Kreuze). Mindestens die Hälfte, maximal 7 Formationen errreichen das “Große Finale”. Ausgeschiedene Formationen tanzen im “Kleinen Finale”, sofern keine Zwischenrunde notwendig war. In den “Finalrunden” erfolgt durch die Wertungsricher/innen eine “offene Wertung” an der Tanzfläche. Das Majoritätsprinzip entscheidet über die Platzierung.