Geschichte / Ursprung des Jazz- und Modern Dance

Der schwarze Jazz-Dance mit seinem afroamerikanischen Ursprung wurde bereits Ende der zwanziger Jahre von weißen Bühnentänzern entdeckt und übernommen. Die Grund- technik des Jazz-Dance ist die Isolation von Körperzentren. Als Schöpferin des Modern-Dance lässt sich Martha Graham bezeichnen mit ihrem tiefen Verständnis für den Ursprung der Bewegung. Der Modern-Dance setzt - wie alle weißen Tanzstile - den Körper stets als Ganzes ein. Seit etwa 1940 wurden dem Jazz-Dance Elemente des klassischen Ballets und des Modern-Dance hinzugefügt. So entstand eine individuelle Synthese dieser Tanzformen, der Modern Jazz-Dance. Im Deutschen Tanzsport- verband (DTV) ist Jazz und Modern-Dance die jüngste Tanzsportart.

Erst 1989 wurde Jazz und Modern-Dance in die Turnier- und Sportordnung (TSO) aufgenommen und seitdem mehrfach überarbeitet. Die Mixtur der Tanzformen ist äußerst reizvoll , da eine unendliche Fülle an Kombinations- und Ausdrucksmöglichkeiten daraus resultieren. Die Fachwelt streitet sich, ob es überhaupt möglich ist, den “reinen” Jazz-Dance mit dem “reinen” Modern-Dance oder dem Modern Jazz Dance zu vergleichen. Überlassen wir dieses den Experten.


Turniersport / Die wichtigsten Turnierregeln

Allgemein:

  • die Tanzfläche darf nicht kleiner als 180 qm sein und keine der Seiten darf die Länge von 12 Metern unterschreiten
  • die Formationen gehen mit mindestens 6, höchstens aber mit 12 Tänzerinnen oder Tänzer an den Start
  • Dauer des Tanzes: mindestens 3 Min., höchstens 4,5 Min.
  • das Einnehmen der Anfangsposition auf der Tanzfläche hat ohne Musik zu erfolgen, max. 20 Sekunden Zeit hierfür. Diese Zeit zählt nicht zur Tanzzeit
  • die Kleidung muß die Bewegungsabläufe und Körperlinien deutlich sichtbar lassen
  • Requisiten sind nicht erlaubt

Bewertungskriterien:
Präsentationsfähigkeit

  • Publikumssicherheit
  • das Publikum anschauen können (Blickkontakt)
  • nicht von Negativen beeinflussen lassen
  • sich als Darsteller fühlen
  • Zuschauer muß die Absicht erkennen können

Technik

  • korrekte Bewegungsführung, zb. Tänzerinnen jederzeit im Gleichgewicht (Balance)
  • Schwierigkeitsgrad, jede tänzerische Bewegung sollte aus dem Körperzentrum entwickelt werden
  • konstante Leistung (Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Koordination)

Choreographie

  • Stil (Übereinstimmung von Idee, Bewegung und Musik)
  • Kreativität (je origineller die Idee, desto besser)
  • Raumaufteilung (Variationsvielfalt, mit welcher die zur Verfügung stehende Tanzfläche genutzt wird)
  • Dramaturgie (es sollten Geschichten erzählt werden mit einem mit Neugier erregenden Beginn, einem aufregendem Inhalt und einem guten Schluß)

In diesen Wertungsgebieten werden von jeder/m Wertungsrichter/in zwischen 0 und 10 Punkte pro Formation im Vergleich mit den anderen Formationen vergeben. Die besten Gruppen / Formationen mit den meisten Gesamtpunkten erhalten vom Wertungsrichter/in ein Kreuz. Die Turnierleitung wertet die Anzahl der Kreuze aus und erhält so eine Rangliste der Formationen (0 Kreuze bis 5 Kreuze). Mindestens die Hälfte, maximal 7 Formationen errreichen das “Große Finale”. Ausgeschiedene Formationen tanzen im “Kleinen Finale”, sofern keine Zwischenrunde notwendig war. In den “Finalrunden” erfolgt durch die Wertungsricher/innen eine “offene Wertung” an der Tanzfläche. Das Majoritätsprinzip entscheidet über die Platzierung.